Funktionelle Medizin und Regulationsmedizin
Ihre Gesundheit im System verstehen – Körper, Geist und Umwelt im Einklang
Der menschliche Organismus ist ein fein abgestimmtes Netzwerk aus zahlreichen Systemen, die miteinander kommunizieren und sich gegenseitig beeinflussen. In der Funktionellen Medizin erkennen wir diese Zusammenhänge und werfen einen ganzheitlichen Blick auf Ihr Befinden: Ernährung, Darmgesundheit, Stoffwechsel, Zellkraft, Stressfaktoren und Umweltbelastungen. Oftmals höre ich von meinen Patienten den Satz: “Mein großes Blutbild ist eigentlich immer in Ordnung.” Dabei liefert uns das “große Blutbild” zwar wichtige Basiswerte, doch es bleibt oft im Großen und Ganzen. Die Funktionelle Medizin und die Regulationsmedizin beschäftigt sich mit den drei großen Systemen unseres Köpers, die aus dem Gleichgewicht (der Homöostase) sind, wenn der Körper Symptome zeigt, Krankheit sich manifestiert oder diffuse Beschwerden immer stärker werden.
Diese drei Systeme sind:
1. das vegetative Nervensystem mit dem Sympathikus und dem Parasympathikus
2. die Mitochondrien (als “Kraftwerke” all unserer Körperzellen)
3. der Darm (genauer gesagt, unser Darmmikrobiom)
In der Funktionellen Medizin schauen wir demnach nicht auf das “große Blutbild”, sondern gezielt auf Mikronährstoffe, bioaktive Vitamine, intrazellulären Energiemangel, Markern für Infektanfälligkeit oder auch auf genetisch bedingte Enzymdefekte.
Das tun wir über eine Analyse des Blutes und des Stuhls und ggf. ergänzend über eine Speichel- oder Urinanalyse. Über eine VNS- Analyse (die Messung der Herzratenvariabilität) lässt sich eine valide Aussage über die Funktion und die Regulationsfähigkeit des autonomen Nervensystems treffen. Da das autonome Nervensystem für wichtige Funktionen in unserem Körper (wie z.B. den Blutdruck, unser Immunsystem, Hormone und die Verdauung -um nur einige wichtige zu nennen) zuständig ist, ist es sinnvoll, die Analyse der Herzratenvariabilität in der Diagnostik- also zur individuellen Therapieplanung als auch im Therapiemonitoring einzusetzen.
Die Funktionelle Medizin kann also Defizite und Funktionsstörungen sichtbar machen, die für komplexe Stoffwechsel- und Immunprozesse unverzichtbar sind. Diese feinen Parameter bleiben im Standardblutbild (dem “großen Blutbild”) verborgen, obwohl sie entscheidend für die Regulation zellulärer Funktionen sind. So kann ein Mangel an Mikronährstoffen wie beispielsweise Magnesium, Zink, Selen, Vitamin D3 und Coenzym Q10 Symptomkomplexe wie chronische Müdigkeit, Erschöpfung, depressive Verstimmungen, Kopfschmerzen und Infektanfälligkeit hervorrufen oder diese begünstigen.
Diagnostik des vegetativen Nervensystems und seiner Regulationsfähigkeit:
In der Praxis stehen uns unterschiedliche diagnostische Möglichkeiten zur Verfügung, um das Vegetative Nervensystem in seiner Funktion und Regulationsfähigkeit zu untersuchen. Dies ist enorm wichtig, um
individuelle therapeutische Konsequenzen daraus zu erarbeiten und
ein objektives Monitoring der Effektivität therapeutischer Interventionen zu haben
Ich arbeite in meiner Praxis mit der VNS-Analyse und der Analyse der neuroendokrinen Stressachse (Messung von Cortisol und Alpha-Amylase im Speichel).
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In meiner Praxis setze ich auf moderne, nicht-invasive Verfahren, um körperliche Belastungen und Regulationsstörungen frühzeitig zu erkennen. Die VNS Analyse bietet uns die Möglichkeit, den Zustand Ihres vegetativen Nervensystems – also die Balance zwischen Stress (Sympathikus) und Erholung (Parasympathikus) – präzise zu erfassen.
Was ist die VNS Analyse?
Das vegetative Nervensystem steuert viele lebenswichtige Prozesse – unbewusst und rund um die Uhr. Wenn die Balance zwischen Anspannung und Entspannung aus dem Gleichgewicht gerät, kann das zu Beschwerden führen, die oft unspezifisch beginnen: Müdigkeit, Schlafprobleme, Nervosität oder Erschöpfung.
Die VNS Analyse misst mit einem sensiblen Brustgurt die sogenannte Herzratenvariabilität (HRV). Diese bietet Aufschluss über die Aktivität von Sympathikus und Parasympathikus und kann so frühzeitig eine Regulationsstörung im VNS aufdecken.
Wie läuft die Messung ab?
Die Untersuchung ist einfach, schnell und vollkommen schmerzfrei: Sie ruhen zunächst etwa 5 Minuten, dann beginnt die erste Messung im Sitzen bei normaler Atmung. Anschließend erfolgt eine zweite Messung unter langsamer, geführter Atmung (sog. kardiorespiratorisches Biofeedback). Das System analysiert die vegetativen Parameter live. Die gesamte Analyse dauert ca. 10–15 Minuten, das Ergebnis wird sofort verständlich mit Ihnen besprochen.
Was bringt die VNS Analyse?
Die VNS Analyse ermöglicht uns:
frühzeitig Hinweise auf vegetative Dysbalancen zu erkennen
den Einfluss von Stress messbar zu machen
die parasympathische Aktivität gezielt zu fördern – z.B. durch Atemübungen
Dank der integrierten Biofeedback-Funktion kann während der Messung direkt beobachtet werden, wie gut Ihr Nervensystem auf gezielte Reize (z.B. gleichmäßige Atmung) reagiert.
Die VNS-Analyse ist auch für Kinder & Jugendliche geeignet
Das System ist mit studienbasierten Normwerten für Kinder und Jugendliche (10–19 Jahre) ausgestattet. So kann nun auch bei jungen Anwendern eine altersgerechte Beurteilung des vegetativen Nervensystems erfolgen – ein wertvoller Beitrag zur Stressprävention bereits im Schulalter.
Wann ist die VNS Analyse sinnvoll?
Ich wende die VNS Analyse insbesondere an bei:
chronischem Stress & Erschöpfung
Schlafstörungen
Leistungsabfall & Antriebslosigkeit
psychosomatischen Beschwerden
präventiv z.B. in der Erfassung des momentanen “Status Quo” des Vegetativen Nervensystems
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Um auch auf biochemischer Ebene die VNS- Analyse zu ergänzen, schaue ich mir (je nach Anamnese und Symptomatik) den Tagesverlauf der Hormone Cortisol und Alpha- Amylase an. Diese werden im Speichel bestimmt. Ein wesentlicher Vorteil der Speichelmessung liegt in ihrer Möglichkeit, den natürlichen Tagesverlauf von Cortisol und Alpha- Amylase zu erfassen, wodurch sich individuelle Muster erkennen lassen. Dies ist besonders relevant für die differenzierte Diagnostik von Stressfolgeerkrankungen wie Burnout, chronischer Müdigkeit und Erschöpfung, Schlafstörungen oder einem geschwächten Immunsystem.
Die Analyse ermöglicht eine gezielte Therapie, die nicht nur symptomatisch wirkt, sondern auch die zugrunde liegenden Regulationsstörungen adressiert – sei es durch Anpassungen im Lebensstil oder gezielte Mikronährstofftherapie.
Der Darm- ein unterschätztes Schlüsselorgan oder: “Disease begins in the gut”
(Hippokrates: Krankheit beginnt im Darm)
Unser Darm beherbergt Billionen von Mikroorganismen, die eine Schlüsselrolle für unsere Verdauung und Immunabwehr spielen. Eine gestörte Darmflora – auch Dysbiose genannt – kann zu einer Vielzahl von Verdauungsproblemen wie Blähungen, Bauchschmerzen und einer eingeschränkten Nährstoffaufnahme führen. Doch die Auswirkungen einer unausgewogenen Darmflora gehen weit über den Magen-Darm-Trakt hinaus. Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass der Darm und das Gehirn über das sogenannte „Bauchhirn“ in ständiger Kommunikation stehen. Ein Ungleichgewicht im Darm kann daher nicht nur zu körperlichen Beschwerden, sondern auch zu psychischen Beeinträchtigungen wie erhöhter Stressanfälligkeit, Stimmungsschwankungen und verminderter mentaler Leistungsfähigkeit beitragen.
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Die Ergebnisse der Mikrobiomanalyse des Darms können dabei helfen, gezielte Maßnahmen abzuleiten, um die Darmgesundheit zu verbessern. Dies wiederum wird sich nachfolgend auch positiv auf die mentale Gesundheit auswirken (über die Verbindung der Darm-Hirn-Achse) und unterstützt den ganzheitlichen Behandlungsansatz, den ich in meiner Praxis verfolge.